Leistungen

Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen

Die Behandlung mit Spendersamen, auch heterologe Insemination bzw. heterologe IVF genannt, kann bei Paaren angewendet werden, bei denen

  • beim Partner eine extreme Einschränkung der Fruchtbarkeit vorliegt.
  • die Möglichkeiten einer ICSI-Behandlung bereits erschöpft sind und kein Erfolg eintrat.
  • ein durch den Partner bestehendes hohes genetisches Krankheitsrisiko für das werdende Kind existiert.
  • bei gleichgeschlechtlichen Paaren (lesbischen Paaren)

Der Spendersamen kann zum einen direkt in die Gebärmutter der Frau eingebracht werden, das Vorgehen entspricht dann dem einer IUI mit dem Samen des Partners. Oder der Samen wird dazu verwendet, außerhalb des Körpers eine Eizelle zu befruchten wie bei einer regulären IVF/ICSI-Behandlung. Welche der beiden Möglichkeiten jeweils in Frage kommt, kann im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden. Allerdings ist die Therapie mit Fremdsamen keine Kassenleistung und muss daher privat abgerechnet werden. Dazu kommen die Kosten für die Samenprobe, die aus einer renommierten deutschen Samenbank (z.B.der Erlanger Samenbank) bezogen werden kann. Die Verwendung von Spendersamen wird in Deutschland genau geregelt. So ist die Samenprobe anonym, stammt aber von einer bestimmten Person.

 

Die Paare haben nicht die Möglichkeit, die Identität des Spenders zu erfahren; das entstandene Kind dagegen besitzt später im Alter von 18 Jahren das Recht, den Namen des biologischen Vaters in Erfahrung zu bringen. Bei der Auswahl des Samens wird darauf geachtet, dass der Spender körperlich zum Paar passt, Wünsche nach einer bestimmten Augen- oder Haarfarbe oder andere Merkmale sind allerdings nicht möglich. Natürlich gewährleistet die Samenbank die gesundheitliche Unbedenklichkeit, insbesondere bei HIV- oder Hepatitis-Infektionen.

 

Die Behandlung mit Spendersamen kommt nach rechtlichen Vorgaben der Landesärztekammer nur für Paare in stabilen Beziehungen (verheiratet oder nicht) in Frage, bei denen ein Partner nicht mit einer dritten Person verheiratet ist. Dahinter steht der Wunsch, dem so gezeugten Kind eine stabile Beziehung zu beiden Elternteilen zu ermöglichen.

 

Homosexualität

 

Die Durchführung reproduktionsmedizinischer Maßnahmen bei homosexuellen weiblichen Paaren ist grundsätzlich im Rahmen der Ausübung des Grundrechts auf freie Persönlichkeitsentfaltung und Familie möglich. Sie hängt auch nicht von einer Lebenspartnerschaft im Sinne des LPartG ab.

Mutter ist grundsätzlich diejenige Frau, welche das Kind zur Welt bringt. Die Lebensgefährtin der gebärenden Frau kann hingegen weder Vater noch Mutter des Kindes werden. Es kann jedoch eine Statusbeziehung zwischen der nichtgebärenden Lebensgefährtin und dem Kind durch Annahme als Kind durch Adoption geschaffen werden.

Mit einer Adoption wird auch die nichtgebärende Frau Elternteil des Kindes. Die Adoption erfolgt durch gerichtliche Entscheidung. Die Entscheidung begründet entsprechende familienrechtliche Rechte und Pflichten, wie z.B. Unterhaltspflichten, erbrechtliche Ansprüche, aber auch Anspruch auf Umgang und Fürsorge. Insoweit bestehen keine Unterschiede zu Kindern verheirateter Wunschelternpaare und insbesondere auch keine Unterschiede zu Kindern, die auf natürlichem Wege gezeugt werden.

Wichtig ist der Hinweis, dass nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch für die Durchführung von reproduktionsmedizinischen Maßnahmen bei homosexuellen Paaren keinerlei notarielle Beurkundung vorgeschrieben ist. In einigen Bundesländern – allerdings nicht für den Bereich des Bundeslandes Hessen – kann aufgrund landesrechtlicher Regelungen die Einschaltung eines Notars notwendig sein. Sofern ein homosexuelles Paar die Durchführung einer reproduktionsmedizinischen Maßnahme in einem anderen Bundesland als Hessen in Erwägung zieht, kann es daher sinnvoll sein, sich über die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen vor dem Abschluss des Behandlungsvertrages zu informieren.