Fragen and Antwort

Risiken

Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch in der Reproduktionsmedizin gesundheitliche Risiken, die zum Glück jedoch sehr selten sind. Hier sind vor allem drei potentielle Risikofaktoren zu nennen:

  • Überstimulationssyndrom (OHSS)

    Bei einer Überstimulation sprechen die Patienten zu stark auf die Stimulationstherapie an, die Eierstöcke produzieren dort sehr viele Eibläschen, die wiederum vermehrt Hormone ausschütten. In Folge kann es zu Übelkeit und Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Aszitis) mit damit verbundenen Schmerzen kommen. Dies beginnt normalerweise erst an einem späteren Zeitpunkt der Stimulationstherapie, meist nach der Follikelpunktion. Falls dann zunehmend Schmerzen im Bauchraum auftreten, muss unbedingt ein Arzt informiert werden. In sehr seltenen Fällen ist gegebenenfalls eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.

  • Mehrlingsschwangerschaften

    Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften ist in der Reproduktionsmedizin grundsätzlich erhöht, da in der Regel zur Sicherstellung des Erfolgs mehr als ein Embryo übertragen werden. Statistisch bekommen rund 20% aller schwangeren IVF-Patienten Zwillinge und bis zu 3% Drillinge. Durch die in Deutschland verbindliche Beschränkung auf drei Embryonen sind höhergradige Schwangerschaften extrem unwahrscheinlich, durch eineiige Mehrlinge aber nicht völlig ausgeschlossen.

Sehr selten treten Komplikationen der mit der IVF verbundenen chirurgischen Eingriffen auf, etwa kleinere Verletzungen im Bauchraum oder Infektionen. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko für Fehlgeburten, doch ein Zusammenhang mit der IVF konnte bis heute nicht eindeutig belegt werden. Allerdings haben IVF-Patienten oft ein höheres Durchschnittsalter als die übrige Bevölkerung, so dass die Fehlgeburtlichkeit alleine dadurch in dieser Gruppe etwas höher ausfällt.